Pokémon Go - Was die virtuelle Schnitzeljagd mit Local SEO zu tun hat

Ein Beitrag von Gerald Dziersk
07/2016

Seit kurzem ist das "augmented reality"-basierte Spiel Pokémon GO auch in Deutschland verfügbar und bricht schon alle Rekorde. Während die einen bereits den Untergang des Abendlandes beschwören, sehen Therapeuten zwar einerseits die Suchtgefahr, verweisen aber darauf, dass Ihre Klientel wenigstens an die frische Luft kommt. Abseits von allen kulturpessimistischen Betrachtungen lassen sich aber auch - zum Teil erstaunliche - Chancen entdecken.

Pokestop vor der Haustür bringt neue Kunden

Die Nutzer werden motiviert, sogenannte Pokéstops anzusteuern, um ähnlich wie beim Geo-Caching Aufgaben zu erfüllen und Punkte zu sammeln. Der Clou: Diese sind mehr oder weniger bedeutsame Orte im realen Raum mit realen Fotos. Also Sehenswürdigkeiten und markante Punkte. Manch einer wundert sich bereits über seltsam anmutende Menschenansamlungen an eher unspektakulären Orten. Dabei muss es gar nicht eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit sein. Viele Pokestops in Mannheim sind tatsächlich nicht so aufsehenerregend. Unser Beispiel, ein Pokéstop in Ulm, zeigt nicht das bekannte Münster, sondern einen mehr oder weniger unspektakulären Hauseingang in der Ulmer Oststadt. Das Interessante daran: Direkt daneben befindet sich ein Cafe. Und es würde nicht verwundern, wenn tatsächlich dort Menschen auftauchen, die sich vorher noch nie in diese Ecke der Stadt verirrt haben. Neukunden durch Pokémon GO?

Tipps zu Pokémon Go und besserer Sichtbarkeit für lokale Händler

Schon entwickeln Einzelhändler in eher wenig frequentierten B-Lagen die Idee, Nutznießer von diesen Pokéstops zu werden. Tatsächlich kann man auch aktiv bei der Entwickler-Firma Niantic Vorschläge für zukünftige Pokéstops einreichen, um eine weitere Anlaufstelle des Stadtrundgangs zu werden. Zwar unwahrscheinlich, dass ein Döner-Laden oder ein Angelfachgeschäft hier zum Zug kommt, aber oft finden sich ja in unmittelbarer Nähe "markante" Punkte wie Graffiti-Wände, Straßenkunst oder eben schöne Hauseingänge. Gerade in eher abgelegenen Ecken sollten gute Chancen bestehen, da die Speielentwickler natürlich ein Interesse daran haben, die Abdeckung zu erhöhen. Und war man dann erfolgreich oder hatte bereits das Glück, in der Nähe eines bestehenden Pokestops sein Ladengeschäft zu betreiben, spricht nichts dagegen, auch auf der Firmen-Homepage aktiv darauf hinzuweisen. Pokémon Go als Local SEO Maßnahme sozusagen. Warum nicht? Ob das dann die richtige Zielgruppe ist, ist natürlich eine andere Frage.