Mit einer Story auf Arbeitnehmerfang - Storytelling im Recruitment

Geschichten sind so alt wie die Zeit und kommen dennoch nie aus der Mode. Mit ihrer Eigenschaft neben dem Informationsgehalt auch noch zu unterhalten, in der Regel leicht eingängig und ganz unkompliziert teilbar zu sein, stellt die narrative Methode des Storytellings ein vielversprechendes Instrument für Unternehmen dar. Beispielsweise lassen sich in Form einer Geschichte, Stellenanzeigen einmal von einer ganz anderen Seite zeigen. Im Recruiting wird schon seit einiger Zeit geraunt, dass im Kampf um Talente ein Umdenken auf Unternehmensseite stattfinden müsse und dass sich zukünftig Unternehmer bei potenziellen neuen Mitarbeitern bewerben müssten und nicht umgekehrt, die Bewerber sich selbst beim potenziellen neuen Arbeitgeber.

Die Voith Industrial Services GmbH, "führender technischer Dienstleister für Schlüsselindustrien wie Automotive, Rail, Energie, Chemie und Petrochemie" hat sich das zu Herzen genommen und eine ganz eigene Karriereseite kreiert. Auf der Suche nach Mechatronikern, Instandhaltern und Co. werden daher nicht einfach mechanisch Qualifikationsanforderungen und Job-Benefits aufgelistet, sondern eine emotional aufgeladene, detailreiche Story serviert. Eine Story, die für Lesemuffel überdies auch als Hörbuch angeboten wird und für Sammler auch als E-Book zum Download bereitsteht. Die Geschichte, die den dringend gesuchten Roboter-Programmierer zum Protagonisten hat, der - um es genau zu nehmen - bei Voith den verspielten Titel "Roboter-Flüsterer" trägt, bildet einen spannenden, stets herausfordernden Job mit großer Verantwortung ab. Der "Arbeitsplatz-Krimi" des potenziellen Nachwuchsprogrammierers startet media in res, wird von einer dramatischen Überschrift "Rettung in letzter Sekunde" angekündigt und lautet wie folgt...

"Markhoff wusste, dass es nun ganz auf ihn ankam. Auf ihn und sein Roboter-Team. Es musste einfach klappen, sonst hatten sie alle keine Zukunft mehr. Seine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt, als sich die Metallarme unter seinen Befehlen in Bewegung setzten..."

Macht das nicht Lust auf mehr? Ich finde schon? Und die Frage, die einem dann natürlich unter den Fingernägeln brennt ist, warum gibt es nicht mehr davon? Mehr von Stellenanzeigen-Geschichten, die Bewerber nicht etwa in Actionhelden und Comicfiguren transformieren, diesen vielmehr einen detaillierten und gleichsam unterhaltsamen Abriss der tatsächlichen Vakanz bieten. Das Ergebnis einer Methode, mit der sicherlich nicht nur Ihre Bewerber Spaß haben. 

 

Ein Beitrag von: Alexandra Laier